Der typische Läufer

Du weisst, du bist ein/e Langstreckenläufer/in, wenn…

du auf die Frage nach deinem Alter mit M40 antwortest.
du deinen nächsten Geburtstag nicht erwarten kannst, weil du dann in die nächste Altersklasse wechselst.
du deinen 42,195-ten Geburtstag feierst.
deine Vorstellung von einem tollen Geburtstag darin besteht, dass du mit deinen Freunden die Anzahl deiner Jahre in Kilometern läufst.
du an Silvester statt zu einer Party zum Neujahrsmarathon Zürich gehst.
deine Vorstellung eines amüsanten Dates darin besteht, ein gemeinsames 20 Kilometer Lauftraining zu absolvieren.
du versuchst, Mädchen mit deiner Kilometerzeit zu beeindrucken.
du zwar die Nummer deines Championchips auswendig weisst, dir aber den Geburtstag deiner Freundin nicht merken kannst.
dich jemand fragt, wie lange dein heutiges Training sein wird, und du antwortest: Zwei bis drei Stunden!
du nach 2h28’30“ vor der Haustür ankommst und noch drei Runden um den Häuserblock drehst, um das 2h30′ Training korrekt absloviert zu haben.
du „20 Kilometer“ und „lockeres Training“ in demselben Satz verwendest.
dich beim Training jemand überholt und du dir einredest: Der macht wohl nur 10 Kilometer.
deine Trainings dadurch begrenzt sind, wieviel Zeit du hast, und nicht wie weit du zu laufen im Stande bist.
dich deine Betreuer anfeuern mit: Du bist auf dem zweiten Platz, nur eine Viertelstunde hinter dem Führenden. 10 Kilometer bleiben dir noch um aufzuholen!
du frühmorgens aufwachst, aus dem Bett springst, und dich auf dein 6-Uhr-Lauftraining freust.
du vom Laufen träumst.
du nie mehr Pyjamas kaufst, weil du nachts deine Finisher-T-Shirts trägst.
du dich zwar in den Shirt-Grössen (M/L/XL) perfekt auskennst, aber keine Ahnung hast, ob dir bei den normalen Klamotten eine 48 oder eine 52 passt.
du nachts, um auf’s Klo zu kommen, nicht die Flur- sondern die Stirnlampe anmachst.
dich deine Freundin/dein Freund frühmorgens weckt mit den Worten: Steh auf und beweg deinen A…. – und du weisst, sie/er macht es aus Liebe.
du um 8 Uhr zur Geologie-Schulstunde gehst, und dort die vom Morgentraining herrührenden Salzkristalle an deiner Brille in deinem Vortrag über Ablagerungsmaterial benützst. [Dies ist nicht frei erfunden!]
du trotz eines Gewitters zwei Stunden laufen gehst, und es richtig geniesst, nass und dreckig zu werden, und durch die Bäche zu laufen, die einst Fusswege waren.
du im Sommer bei einsetzendem Regen jubilierst und spontan deinen Trainingslauf verlängerst.
du beim Training im Regen an einer Strasse vorbeiläufst und denkst „die armen Schweine müssen jetzt im Auto sitzen“.
du beim Wort „Asphalt“ an ein notwendiges Übel denkst, welches die angenehmen Naturwege verbindet.
mehr Dreck an deinen Laufschuhen klebt, als in deinem Garten liegt.
du deine Laufschuhe nummerierst, um die alten von den neuen zu unterscheiden; dreckig sind sie nämlich alle.
du dich wunderst, weshalb Laufsocken nicht bereits braun produziert werden.
all deine weissen Shirts auf dem Rücken mit braunen Punkten übersät sind.
sich deine Frau/dein Mann keine Sorgen um dich zu machen braucht, wenn es zwei Stunden her ist, seit du das Haus zum Joggen verliessest.
du denkst, ein Marathon sei einfacher als ein Halbmarathon, weil du da nicht so schnell loszulaufen brauchst.
dir selbst nach dem 15. Marathon erneut Tränen der Freude für die belohnte Schinderei über die Wangen kullern.
du ein Fahrzeug mit automatischer Schaltung mietest, um zu einem Marathon zu fahren; denn sowohl du als auch dein Kollege besitzen Autos mit Gangschaltung, aber keiner von euch wird in der Lage sein, damit zurückzufahren.
du schliesslich doch mit deinem eigenen Auto nach Hause fährst, deine Sehne im linken Knie danach aber stark schmerzt.
eine junge Läuferin vor dir bei der Verpflegungsstelle bei einem Marathon nicht nur ihre mitgeführte Trinkflasche wechselt, sondern auch gleich noch ihr T-Shirt und ihren BH, und du nichts weiter tust, als einen letzten Schluck zu nehmen, einen Blick auf deine Uhr zu werfen und deinem Betreuer zuzurufen: Ich muss mich beeilen, wenn ich meine Bestzeit noch unterbieten will!
du während eines Marathons eine Läuferin triffst, und das einzige worüber ihr sprecht, ist: Welche Farbe hat dein Urin? Kannst du genug Flüssigkeit zu dir nehmen?
du es als natürlich empfindest, dein „Geschäft“ im Wald hinter einem Baum zu verrichten.
du nach einem Baum Ausschau hältst, wenn die Warteschlange bei einer Toilette zu lange ist.
du anstatt bei der Herren-Toilette anzustehen die freie Damen-Toilette benützst.
du nach einem Marathon eine Treppe runter gehst – ähm … rückwärts – und alle lachen.
deine Füsse Ähnlichkeiten mit Rohleder haben.
die Anzahl deiner Zehen nicht mit der Anzahl deiner Zehennägel übereinstimmt.
in dir die Erkenntnis reift, dass man auch mit ein paar Zehennägeln weniger ganz gut leben kann.
dein Pedicure-Set eine Zange beinhaltet.
deine Füsse ohne Zehennägel besser aussehen.
du immer mindestens einen schwarzen Zehennagel hast.
du deine Zehennägel nicht anzumalen brauchst; sie haben sowieso schon unterschiedliche Farben.
du nach dem Marathon voller Freude mit nicht desinfizierter Nadel den Bluterguss unter den Zehennägeln löst.
dir keiner mehr glaubt, wenn du „nie wieder“ sagst.
auf deinem Unterarm auch 3 Monate nach dem Marathonlauf noch immer die angepeilten Zwischenzeiten sichtbar sind.
dich dein Kollege, ein Kurzstreckenläufer, schief anschaut, wenn du ihm erzählst, dass 4 Minuten pro Kilometer ein sehr schnelles Tempo für einen Marathon sei.
dich Leute dafür loben, dass du fähig seist, 10 Kilometer am Stück zu laufen, und du dich dadurch beleidigt fühlst.
du an einem 10-Kilometer-Lauf teilnimmst, um deine Grundschnelligkeit zu verbessern.
du dich für einen 5 Kilometer Lauf 10 Kilometer einläufst.
du bei einem 5-Kilometer-Lauf noch eine zweite Runde anhängst, um dein Tun wenigstens halbwegs als Training bezeichnen zu können.
du bei einem 5-Kilometer-Lauf im Ziel aus Gewohnheit den Zwischenzeit-Knopf deiner Stoppuhr drückst.
du im Training auch beim Pinkeln die Stoppuhr anhältst, um die korrekte Nettozeit ins Trainingstagebuch einzutragen.
du an einem Triathlon teilnimmst, und deine Laufzeit langsamer ist als in den Jahren, als du auf Triathlon spezialisiert warst.
die Kollegen am Arbeitsplatz dich für viel besser in Form halten als du dich selber.
du auch tatsächlich viel fitter bist, als du selber glaubst.
deine Kollegen den Fahrstuhl benützen, du aber dennoch vor ihnen oben ankommst.
du Arbeit als Pause zwischen den Läufen betrachtest.
dich deine Arbeitskollegen nicht fragen, wo du den nächsten Urlaub verbringst, sondern welches der nächste Marathon ist, an dem du teilnimmst.
dich deine Arbeitskollegen nicht fragen, ob du am Wochenende laufen gehst, sondern wo und wie weit.
du dir ernsthaft überlegst, deine Staatsbürgerschaft aufzugeben, um bei den Olympischen Spielen im Marathon für Tonga, Jemen oder Lesotho starten zu können..
du ein Foto für deine Bewerbung brauchst und du nur Lauffotos besitzt.
du deine Laufausrüstung bereits bei der Arbeit trägst, um danach sofort bereit fürs Training zu sein.
du dich zwar in den Shirt-Grössen (M/L/XL) perfekt auskennst, aber keine Ahnung hast, ob dir bei den normalen Klamotten eine 48 oder eine 52 passt.
dir erst beim Anblick deiner Armbanduhr wieder einfällt, dass du deinen Puls nicht zu kontrollieren brauchst, wenn du zu Fuss unterwegs zu einem Kunden bist.
du den Arbeitsplatz jeweils frühzeitig verlässt, um laufen zu gehen.
du nach einem erfolgreichem Geschäftsabschluss eine Medaille und ein Finisher-Shirt erwartest.
du die Personalabteilung nach deiner Netto-Arbeitszeit fragst.
du deinem neuen Arbeitskollegen gratulierst, dass er gerade in deiner Firma angefangen hat, und du ihm rätst, gaaaanz langsam anzufangen.
du im Büro nicht nur entkoffeinierten sondern auch isotonischen Kaffee haben möchtest.
du Kaffeetassen nur noch halb füllst, um nicht so viel zu verschütten.
du beim Anstellen in der Werkskantine Dehnungsübungen durchführst.
du beim Firmen-Weihnachtsessen 3x Nachschlag verlangst, aber trotzdem der Schlankste bist.
du weniger als 3% Körperfett hast.
du dreimal täglich Spaghetti isst.
sie dich in diese „All you can eat“ – Spaghetti-Läden nicht mehr hineinlassen.
du ein halbes Pfund Spaghetti verdrückst und nach einer Stunde wieder Hunger hast.
deine Keksdose mit Brötchen gefüllt ist.
du ein Stück deiner Lieblingstorte ablehnst, weil du in einer Stunde zu einem Traininmgslauf aufbrechen willst.
du immer noch in deine Klamotten passt, welche du mit 20 getragen hast.
du beim Mittagessen aus einer Wasserflasche trinkst.
du mehr Wasser trinkst als Free Willy.
du dich ohne deine Wasserflasche verloren fühlst.
deine Hunde aus Wasserflaschen trinken können.
du den Schimmel in deinen Trinkflaschen als zusätzliche Elektrolyte betrachtest.
du mehr Trinkflaschen besitzt, als Imelda Marcos Schuhe.
du eine Laufschuhsammlung besitzt, die Imelda Marcos eifersüchtig machen würde.
du ein Schuhgeschäft in der Absicht betrittst, ein Paar neue „Bürotreter“ zu kaufen, und mit einem Paar Laufschuhe rauskommst.
du im Sportgeschäft die Laufschuhe erschreckt ins Regal zurückstellst, als dir der Verkäufer sagt „die halten 1000 Kilometer“ – denn du denkst: „was, so schnell sind die durch?“
du versuchst, Hausschuhe mit Pronationsstütze zu kaufen.
du auch deine italienischen Designerschuhe mit einem Doppelknoten bindest.
deine Schuhe pro Jahr mehr Kilometer drauf bekommen als dein Auto.
du dir auf der Autobahn beim Anblick der Distanzangaben überlegst, wie lange du für diese Strecken zu Fuss bräuchtest.
du nie zurückblickst (und deswegen bei der Führerscheinprüfung durchfällst).
du deine ganzen Ferientage aufbrauchst, um an Läufen teilzunehmen.
deine Wochenenden für die nächsten fünf Jahre schon verplant sind.
du deine Hochzeit verschiebst, weil sie nicht in deinen Trainingsplan passt.
deine Eltern vom Spaziergang zurückkommen und du sie über die Strecke, Zeit und Puls ausfragst.
dein Durschnittstempo beim Schaufensterbummel mit Familie deutlich über dem Tempo von Walkinggruppen liegt.
sich dein Hund beeilen muss, um mitzuhalten.
dir dein Hund die Laufschuhe versteckt, weil es ihm zuviel wird.
du beim Einkaufsbummel in der Fussgängerzone vollkommen entnervt nach einer Nebenstrasse suchst um endlich voran zu kommen.
du deine Familienausflüge rund um Laufveranstaltungen planst, und umgekehrt.
du einen See nur noch danach beurteilt, ob man gut herumlaufen kann.
du die Wahl deines nächsten Ferienortes davon abhängig machst, wo ein schöner Lauf stattfindet.
du im Urlaub deine Familie aus der 20 Kilometer entfernt gelegenen Stadt anrufst, weil du in der mittlerweile eingebrochenen Dunkelheit den Weg zurück nicht mehr findest.
du mit deiner Familie einen Nationalpark besuchst, entdeckst, dass zwischen eurem momentanen Standort und dem nächsten Ort, den ihr besuchen wollt, zwar 75 Kilometer mit dem Auto, aber nur 20 Kilometer zu Fuss liegen, und denkst: Hmmm…
du beim Einschlafen statt Schafen Läufer zählst.
dich deine Kollegen nur in kurzen Hosen erkennen.
du in deinen Shorts duschst.
du den Ausdruck „ich laufe gerne“ in 5 verschiedenen Sprachen kennst.
du mehr Ausdrücke kennst für „Laufen“ wie Eskimos für „Schnee“. [Wobei korrekterweise anzumerken ist, dass Eskimos dafür gar nicht so viele Ausdrücke haben, wie oft behauptet wird.]
wichtige Arbeiten im Haushalt nur in Erholungswochen erledigt werden.
du ein Waschmittel-Experte wirst, damit du dein Liebling-Shirt so schonend wie möglich waschen kannst.
du dein Lauf-Shirt nach dem Kriterium auswählst, wieviel Glück es dir bisher gebracht hat.
du dir einen ganzen Marathon im TV ansehen kannst ohne dich zu langweilen.
du dir um 2 Uhr morgens die TV-Live-Übertragung eines Marathonlaufs anschaust.
du 42195 als persönlichen Code verwendest.
du die lustigen Namen all dieser Kenianer aussprechen kannst.
du ohne verlegen zu werden das Wort „Fartlek“ aussprechen kannst.
du dein ganzes Gehalt für Laufbekleidung, Elektrolytgetränke, Energieriegel und Startgelder ausgibst.
deine Lieblingsnahrungsmittel Kohlenhydrate sind.
es dich erregt, wenn du hörst, dass Gatorade eine neue Geschmacksrichtung auf den Markt bringt.
du auswendig weisst, welcher Energieriegel wieviele Proteine enthält.
du dich an sämtliche Zeiten all deiner Rennen erinnern kannst, den Hochzeitstag aber jedes Jahr vergisst.
deine Uhr teurer und komplizierter ist als dein Auto.
du dich ohne Stoppuhr nackt fühlst.
du deine Kinder davor warnst, mit den Leistungen ihrer Mutter/ihres Vaters zu prahlen: Du möchtest doch nicht, dass die anderen Kinder denken, Mama/Papa sei verrückt, oder?
du die Strassen und Wälder in deiner Umgebung schon 2 Monate nach deinem Zuzug besser kennst als all deine Nachbarn.
dein jüngstes Kind drei Stunden lang im Baby-Jogger angeschnallt bleibt.
deine 4-jährige Tochter nach einem Kinder-Rennen behauptet, sie sei einen Marathon gelaufen.
deine Kinder ihre Schulkameraden darüber aufklären, wieviel Gramm Fett die soeben gegessenen Süssigkeiten beinhalten.
sich deine Kinder mit Energieriegeln und Trinkflaschen ausrüsten, wenn du einen Familienspaziergang ankündest.
deine Kinder ein Lieblings-Elektrolytgetränk und einen Lieblings-Energieriegel haben.
deine Kinder ihre Entscheidung, ob sie bei deinem nächsten Marathonlauf dabei sein wollen, davon abhängig machen, welche Sportlernahrung bei den Verpflegungsstellen zur Verfügung steht.
dein 6-jähriger Sohn den Unterschied zwischen einem 10-Kilometer-Lauf und einem 10-Meilen-Lauf kennt.
deine Familie – sobald du einen spannenden Familienausflug ankündigst – fragt: Wo ist das Rennen?
du dir einen Computer mit Internetanschluss zulegst, nur um die Resultate von Läufen sofort anschauen zu können.
du Internetseiten über’s Laufen machst.
du diese Seite liest und dich wunderst, warum das komisch sein soll.

Man erkennt, dass du KEIN(e) Langstreckenläufer(in) bist, wenn…

du mit den Schnellsten losläufst, und danach von allen überholt wirst.
du dich während eines 5-Kilometer-Rennens verpflegst.
du dich beklagst, bergauf laufen schmerze.
du dich auf dem Laufband für die Kalorien-Anzeige interessierst.
du Durchhalte-Parolen an deinen Kühlschrank heftest.
du Laufen für Lifestyle hältst.
du die neueste Laufmode trägst.
du jemanden ernsthaft fragst, welche Farbe er für Laufhosen bevorzuge.
du dir überlegst, eines dieser dämlichen Nasenpflastern zu tragen.
du im Ziel feststellst, dass dein Haarfärbemittel zwar wasser- aber nicht schweissfest ist.
für dich Golf spielen eine Alternative zum Cross-Training ist.
du im Ziel eines 5-Kilometer-Laufes Leute angrölst und umarmst, die du nicht einmal kennst.

Man erkennt, dass du ein(e) Langstreckenläufer(in) bist, wenn…

du einen sonderbaren Laufstil hast.
du Hunde angreifst, welche dir nachlaufen.
du bei Laufschuhen das Damenmodell trotz rosa oder pink kaufst, weil es besser passt.
dir zu jeder Marathonzeit auf Anhieb der Kilometerschnitt einfällt.
du jede Halbmarathon-Zeit auswendig weisst, die du je liefst.
dir der Name Emil Zatopek etwas sagt.
du dich nicht um den Läufer hinter dir kümmerst, welcher sich darüber beklagt, wie du deine Ellenbogen in der letzten Kurve unfair eingesetzt hast.
du nicht verstehen kannst, dass es deinen Kollegen egal ist, dass sie ihre angestrebte Endzeit deutlich verpasst haben.
du dich dagegen wehrst, im Ziel von fremden Läufern abgeknutscht zu werden.

© Neujahrsmarathon Zürich 2001/2009 [Informationen zum Copyright (unbedingt beachten!)]

Quellenangabe

Zahlreiche Personen haben zu dieser Auflistung beigetragen. Einige der Läufer-Charakterisierungen stammen von den unten stehenden Quellen. Weitere Ergänzungen werden gerne entgegengenommen.